Der Golf-Marathon vom vergangenen Samstag bleibt das Gesprächsthema am Schmitzhof! Man sieht den ein oder anderen Teilnehmer, dessen Blasen noch nicht ganz verheilt sind, über den Platz schleichen – dies jedoch mit einem verklärten Blick im Gesicht, der seinen Stolz über die vollbrachte Leistung ausdrückt. Man hört Respektsbezeugungen und Glückwünsche. Vier Runden Golf an einem Tag – das schafft nicht jeder! Manch einer fragt sich aber auch, wie man überhaupt auf so eine verrückte Idee kommen kann. Deshalb sei mir hier ein kurzer Rückblick in die Gründungszeit des Schmitzhof erlaubt. Es waren einige toughe Typen, die bereits im Jahr 1977, also zwei Jahre nach der Vereinsgründung, ein Turnier ins Leben riefen, das es ihnen erlaubte, im Hochsommer von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ihrem Lieblingssport nachzugehen. Zu nennen sind hier u.a. der leider bereits verstorbene Ernst Lemke, ein früherer Luftwaffenpilot, Sportlehrer Siggi Russ und der ebenfalls sportvernarrte Alex Valcea-Nilgen.

Dabei ging es den Initiatoren weniger um eine mögliche Verbesserung ihres Handicaps als darum, die eigene Fitness auf den Prüfstand zu stellen. Die Aussicht, sich 72 Löcher lang voll zu konzentrieren und mit Gleichgesinnten zu messen, spornte viele Sportskanonen an und die „Giganten“ – wie das Turnier passenderweise genannt wurde – entwickelten sich zu einem der beliebtesten Wettspiele im Turnierkalender.

Zahlreiche bekannte Größen des Schmitzhof nahmen die Herausforderung an; so traten im Lauf der Jahre u.a. Norbert Bröcker, Wolfgang Huget, Sylvia Wilms und Martin Birkholz in die Fußstapfen des Siegers von 1977, Günter Krauss. Stets kamen viele Mitglieder, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu begleiten und sie, insbesondere in den letzten Runden, mit Anfeuerungsrufen und Erfrischungen zum Durchhalten zu motivieren.

Auch die Jugend war zahlreich vertreten. Ich erinnere mich an die „Giganten 2005“, an denen mein Sohn Aziz im Alter von 10 Jahren, der damals 15-jährige Nünni sowie Michael S., Sebastian I., Tobias R., Lukas A. und die Brüder Christian und Michael G. mit großer Begeisterung teilnahmen.

Einige Schmitzhofer spezialisierten sich regelrecht auf den Marathon. So waren die drei Brüder Sebastian, Alexander und Constantin Gosch mit ihrem Vater Norbert regelmäßig dabei und spielen auch jetzt fast ausschließlich dieses Hardcore-Turnier.

Mit einer Unterbrechung im Jahr 1998 wurden die Giganten von 1977 bis 2013 jedes Jahr gespielt. Dann war wohl ein bisschen die Luft raus, der Pokal war verloren gegangen und es gab eine dreijährige Pause.

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Doch es juckte einigen schon bald wieder in den Fingern. Mehr und mehr Leute sprachen mich darauf an, dass man die Giganten wieder zum Leben erwecken müsse. Immerhin handele es sich dabei um das „Traditionsturnier“ des Schmitzhof überhaupt; so hörte ich es z.B. von Frau Schmitz und von Alex Gilljam. Und es stimmt: Weit und breit gibt es keinen Club, der ein ähnliches Format anbietet! Ernst Lemke, Dieter Ernst, Siggi Russ, Alex Valcea-Nilgen, Bodo Schneider u.a., nicht zu vergessen etliche Jugendspieler, überzeugten mich schließlich, mich als Veranstalter für das Turnier stark zu machen. Vorsichtig fragte ich beim damaligen Clubpräsidenten Willi Wolters an und freute mich über sein Okay, „Harry, wenn Du dat richtig orjanisierst, dann kannste dat machen.“

Seit 2016 gibt es nun wieder einen Pokal und ein Turnier, in dessen Namen der passende Begriff „Marathon“ ergänzt wurde. Als Sponsor für die Preise konnte ich Mizuno gewinnen und um Zulauf durch interessierte Schmitzhofer brauche ich mir zum Glück keine Sorgen zu machen. Einen kleinen Bericht vom Marathon 2018 findet Ihr in einem separaten Artikel.

Written by harryhamdan