Vier Runden Golf an einem Tag – das bedeutet, sich an einem Samstag in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett zu quälen, um kurz nach fünf am Abschlag zu stehen und den Golfplatz bis etwa 22:00 Uhr abgesehen von kleinen Pausen nicht mehr zu verlassen. Es bedeutet, zwischen 36 und 48 Kilometern mit seinem Golfbag zurückzulegen, je nachdem wieviele Bälle gesucht werden müssen …

Wahrlich nichts für Weicheier, so ein Giganten-Golf-Marathon! Ich zolle allen, die diese Herausforderung am 28.8. gemeistert haben, meinen größten Respekt!

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Über das rege Interesse an dem Turnier habe ich mich sehr gefreut. Am Dienstag, dem 17. Juli wurde die Teilnehmerliste nach Büroschluss ausgehängt und war schon am Donnerstagmorgen voll, so dass eine Warteliste angelegt werden musste. Die endgültige Auswahl der Marathongolfer erfolgte auf Basis des Handicaps.

Von den 24 gemeldeten Personen traten 21 an und 14 schafften tatsächlich die vier Runden – die Härtesten der Harten! Wobei es nicht immer an der körperlichen Verfassung lag, wenn jemand aufgeben musste. Familiäre Termine oder notwendige Prüfungsvorbereitungen führten bei dem ein oder anderen zum Zwangsabbruch.

Wer waren nun diejenigen, die nicht nur die Kondition und Ausdauer für 72 Löcher aufbrachten, sondern sich auch so fokussieren konnten, dass sie sie sogar gut spielten? Den ersten Nettoplatz erreichte Benjamin Daniels, der die Grundlage für diesen Erfolg in der 1. Runde legte, für die 45 Punkte auf sein Konto gingen. Auf Platz zwei landete Alexander Gosch. Er spielt genau einmal pro Jahr Golf – und das beim Marathon-Turnier. Der ambitionierte Neuschmitzhofer Daniel Werthmann freute sich über den dritten Platz.
Als wahrer Golf-Gigant erwies sich wieder einmal „Nünni“ Daniel Nünnerich, der seinen dritten Brutto-Sieg nach 2010 und 2013 klar machte und dem es dabei gelang, in vier Runden jeweils unter 80 Schlägen zu bleiben.
Die siegreichen Spieler wurden durch anerkennenden Applaus und großzügige Preise der Firma Mizuno und von Clubmaker Harry Hamdan belohnt.

Auch ich fühlte mich übrigens am Ende meiner Ziele, als ich während der Siegerehrung in die strahlenden Gesichter der Gewinner und der anderen Teilnehmer blickte. Die Vorbereitungen für das Turnier hatten mich Kräfte gekostet, zumal ich mir viele Gedanken wegen der Hitzewelle machte. Ich beobachtete, dass zahlreiche Mitglieder während der heißen Tage oft nur 9 statt 18 Löchern spielten. Würde der Marathon überhaupt zu schaffen sein?  Wie würde ich Verluste an Leib und Leben durch Hitzschlag oder Dehydrierung vermeiden können?

Glücklicherweise fand ich jemanden, der alle denkbaren Szenarien im Detail mit mir durchsprach und Lösungen dafür suchte. Das war Ralf Buchholz, dem ich für seine großartige Unterstützung herzlich danke. Ralf half mir, einen Verpflegungsplan für den Tag auszutüfteln und er beteiligte sich äußerst großzügig an seiner Umsetzung. Gemeinsam mit Shankar Mondal, dem ich ebenfalls sehr verbunden bin, übernahm Ralf die Kosten für das Abendessen. Insgesamt gelang es uns so, drei Mahlzeiten für alle Teilnehmer/innen in Davids Restaurant bereit zu stellen.

Darüber hinaus beteiligte sich David Esser mit einem leckeren Nachmittagsimbiss und gleich am Morgen bekamen alle Marathon-Spieler einen „Überlebensbeutel“, der u.a. Mineralien und Sonnencreme sponsored by Jörg Hassiepen von der Enten-Apotheke in Wegberg enthielt.

Unterstützt wurde das Turnier auch vom gesamten Vorstand. Präsident Dr. Bernd Koenes und Schatzmeister Friedhelm Jansen mit seiner Frau waren bis zum Ende der Veranstaltung kurz vor Mitternacht präsent und sie ließen es sich nicht nehmen, den ermatteten Sportlern höchstpersönlich mineralische Getränke zu servieren.

Platzwart Bernd Ohlenforst begleitete die Teilnehmer, während er sich um die Angler an Loch 15 kümmerte und Dr. Alexander Herz hatte uns für Notfälle seine Telefonnummer gegeben; wir mussten sie Gott sei Dank nicht wählen.

 

Als Veranstalter bedanke ich mich bei allen Unterstützer unseres Golf-Marathons, nicht zuletzt bei Alex Valcea-Nilgen, in dessen Händen die Organisation lag.
Die Legende lebt und ich werde meine Bestes tun, damit wir sie gemeinsam am Schmitzhof weiterschreiben können.

Eine kleine Anekdote zum Schluss: Es gab einen, der nicht mehr zur Siegerehrung kam und die Anlage nach 4 Runden erbost verließ. Das war mein Freund Bodo. Morgens hatte er um kurz vor fünf überpünktlich an Abschlag eins gestanden und wartete dort auf seinen Spielpartner. Der kam und kam nicht. Bodo rannte über den halben Platz, um ihn zu suchen, so dass er am späten Abend viereinhalb Runden hinter sich hatte und nur noch nach Hause wollte.
Der Grund für die Verspätung des Flightpartners war übrigens, dass ihm seine Frau nicht erlaubt hatte, am Samstag einen Wecker zu stellen….

 

 

Written by harryhamdan