Disziplin ist ein etwas altmodisches Wort, aber die Clubmeisterschaften haben gezeigt, dass diese Tugend weiterhin ein Garant für Erfolg ist. Sie fängt bereits damit an, dass man zum Turnier antritt, gerade als Mannschaftsspieler. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die am Wochenende des 29. und 30. August um die Ehre kämpften Clubmeister zu werden, drückten dadurch nicht nur ihre Verbundenheit dem Schmitzhof gegenüber aus. Sie kämpften auch gegen zwei Tage Hitze und anspruchsvoll gesteckte Fahnen.

Trotz des anstrengenden Klimas waren alle Spieler stets pünktlich am ersten Abschlag, was Starter Hans Engelhardt in seinem Fazit am Abend lobend hervorhob. Er habe so etwas selten erlebt, musste nur einen einzigen Teilnehmer, der ein Muscleshirt trug, auf die Etikette aufmerksam machen.

Auf dem Platz zeigte sich dann, wer auch im Vorfeld Disziplin geübt hatte. Sowohl für die erste Siegerin bei den Damen, Dominique Schaps, als auch für Carl Sieben, der bei den Herren gewann, zahlte sich Trainingsfleiß aus. Dominique bestach durch ihr präzises Kurzspiel und Carl „hielt“, wie es sein Vater, Vorstandsmitglied Ralf Sieben, formulierte, „zwei Tage lang sein Spiel zusammen“. Er konnte sich daher mit 10 Schlägen Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Aziz Hamdan absetzen, der neidlos anerkannte: „Carl hat eine starke Saison gespielt und als einziger aus der Mannschaft auch vor den Clubmeisterschaften gut trainiert. Deshalb hat er hier auch hoch verdient gewonnen.“

In entspannter Atmosphäre fand am Abend die Preisverleihung auf der Clubterrasse statt. Sportwartin Josa Sieben beglückwünschte die erfolgreichen Teilnehmer, wobei sie die guten Leistungen der neuen Seniorenmeister Désirée Spandau und Michael Engels besonders hervorhob.

Im Vergleich zu den Vorjahren hatte es bei diesen Clubmeisterschaften einen Wechsel in der Spielweise gegeben. Statt eines Matchspiels wurden zwei vorgabewirksame Zählspiele angesetzt. Die Strategie, durch den Verzicht auf das K.O.-System insgesamt mehr Zuschauer auf die Anlage zu locken, ging nur zum Teil auf. Zwar nahmen an der Preisverleihung in der Tat deutlich mehr Mitglieder teil als sonst und würdigten die Gewinner. Jedoch war die Besucherzahl auf dem Platz selbst eher mau. Daher plädierte nicht zuletzt Carl Sieben in seiner Siegerrede für eine Rückkehr zum Match Play, da dieses System letztlich spannender sei und sicher auch wieder mehr Mannschaftsspieler zur Teilnahme bewegen würde.

Für den Verein ist zu wünschen, dass demnächst – ganz unabhängig von der Spielform – noch mehr Schmitzhofer als Spieler oder als Zuschauer die Meisterschaften ihres Clubs leidenschaftlich und diszipliniert mitgestalten werden.

Written by harryhamdan