Treffen der Treuesten im Club der Clubs

Der Schmitzhof wird 40 – dies war Anlass für den Vorstand, einmal jene Mitglieder besonders zu ehren, die durch ihre jahrzehntelange Vereinszugehörigkeit das stolze Jubiläum des Clubs erst ermöglicht haben. Als „Eintrittskarte“ für das „Treffen der Treuesten“ am 17. Juli diente daher die mindestens 25-jährige Mitgliedschaft im Verein.

In seiner Begrüßungsansprache dankte Clubpräsident Willi Wolters den über 100 anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die ideelle und finanzielle Unterstützung, die sie dem Schmitzhof seit so vielen Jahren entgegenbringen. Er skizzierte dann die Geschichte des Clubs. Man startete 1975 mit nur sechs Löchern, aber viel Enthusiasmus und großen Plänen. Außer zwei Tennisplätzen, die tatsächlich gebaut wurden, sollten ein Schwimmbad und eine Sauna entstehen. Als realistischer erwies sich dann aber die Erweiterung der Anlage auf 18 Loch, mit der der Vorstand in den 80er Jahren beschäftigt war. In dem darauffolgenden Jahrzehnt folgte der Bau des neuen Clubhauses. Die Optimierung der Anlage steht seit Beginn der Jahrtausendwende im Fokus. Stolz erwähnte Herr Wolters hier insbesondere die Einführung der Fairwayberegnung.

Mit über 1000 Mitgliedern und gesunden Finanzen ist der GulC Schmitzhof besser für die Zukunft gewappnet als viele andere Golfvereine. Dennoch verwies der Präsident auf den derzeitigen Rückgang in der Golfbranche und den zu erwartenden Spielerschwund. Er forderte die Anwesenden auf, ihre Kontakte aktiv für die Anwerbung neuer Mitglieder zu nutzen.

Als ein Altmitglied, das die Entwicklung unseres Vereins von Anfang an begleitet hat, ergriff Ehrenpräsident Uli Knappertz das Wort. Er hatte den Club von 1987 bis 92 geleitet. Mittels zahlreicher Anekdoten vermittelte er einen lebendigen Eindruck von den wilden Anfangsjahren des Schmitzhof, als man die Golfregeln eher unorthodox interpretierte und stets um kreative Problemlösungen bemüht war. Da es z.B. anfangs auf dem Golfplatzgelände keinen einzigen Baum gab, nutzten die Spieler kurzerhand das angrenzende Waldstück als weitere Spielfläche, um in den Genuss des Ballsuchens zu kommen … Die Whiskyturniere, bei denen die Teilnehmer ihren Score heruntertrinken konnten, waren legendär, brachten aber sogar die trinkfestesten Schmitzhofer an ihre Grenzen. Nicht einer schaffte es, regelkonform „den Preis stehend entgegen zu nehmen“ und eines dieser Events endete mit einer in ihrer Verwirrung hüllenlos durchs Clubhaus laufenden Spielerin …

Uli Knappertz schüttelte noch weitere Zoten locker aus dem Ärmel. Es ging um einen Musiker mit einer Gesichtslähmung, um ein Gebiss, das als Pitchmarke verwendet wurde, um die Konkurrenz zwischen den Golfclubs „Müllendonk“ und „Schmutzhof“… Wohl jeder der Zuhörer im Saal hielt sich den Bauch vor Lachen und jeder glaubte Herrn Knappertz diese Liebeserklärung aufs Wort: „Der Club der Clubs ist für mich der Schmitzhof!“

Wahrscheinlich würden sich dieser Aussage sogar viele andere Langzeit-Schmitzhofer anschließen. Damit sie demnächst ihre heimliche Liebe zur Schau stellen können, bedachte der Vorstand die Teilnehmer mit eigens gestalteten Anstecknadeln in drei Kategorien: In Bronze gab es sie für 25 – 30 Jahre Vereinszugehörigkeit, in Silber für 31 – 35 Jahre und in Gold für die vier verbliebenen „Treuesten der Treuen“, die dem Schmitzhof seit sage und schreibe 40 Jahren verbunden sind: Uli Knappertz und seine Frau Uschi, Marlene Schmitz und Axel Gilljam. Gründungsmitglied Siggi Russ musste sich mit Silber zufrieden geben, war er doch – wie Willi Wolters es ausdrückte – zwischenzeitlich für ein paar Jahre als „Spion“ bei anderen Clubs unterwegs.

Die Veranstaltung der Schmitzhof-Veteranen war ein voller Erfolg. Dazu trug nicht zuletzt die hervorragende Gastronomie bei – Jürgen Zander hörte viele Komplimente. Auch das musikalische Rahmenprogramm war erlesen: Andreas Schell von der Kreismusikschule Heinsberg bot zusammen mit seinen entzückenden und hoch begabten Kinder,Jana (12) und Lian Elias (10) eine anspruchsvolle Vorstellung und auch Werner Tillmann (84 Jahre alt) ließ sich noch einmal an das von ihm gespendete Klavier bitten, wo er Brahms zum Besten gab.

Der größte Reiz des Abends lag vielleicht für die Gäste darin, dass sie überhaupt in dieser Runde zusammenkamen. Sie blickten zurück auf die vergangenen Jahrzehnte am Schmitzhof – wo ist die Zeit geblieben? – und konnten sich an dem Gedanken freuen, dass das Älterwerden schöner ist, wenn man es gemeinsam tut und das mit einem Golfschläger in der Hand!

Written by harryhamdan